“Pfingstfest abgesagt”

von Cornelia Twisselmann

Ich lese unwahrscheinlich gerne Zeitung, auch wenn mich die meisten Dinge weder interessieren noch betreffen. Aber eine Tasse Kaffee ohne Zeitung am Morgen ist für mich fast ein Verlust und ich verzichte nur ungern darauf.

Meistens bleibt mein Blick bei den Überschriften hängen und so entscheide ich von einer Sekunde zur nächsten, ob der Inhalt lesenswert ist oder nicht. Heute entdeckte ich eine Überschrift, die mich verwundert. Da steht doch wahrlich „Pfingstfest abgesagt“ und im weiteren Text geht es dann darum, dass eine für das Pfingstwochenende geplante Sache nicht stattfinden könne, natürlich wieder mal aufgrund der aktuellen Situation. Verständlich!

Mein Gedankenkarussell startet aber trotzdem. Pfingsten ist nicht abgesagt, Gott sei Dank! Für die meisten Zeitgenossen hat Pfingsten nichts mehr mit christlichem Glauben und dem Geburtstag der Kirche zu tun, es ist zu einem weiteren verlängerten Wochenende geworden und viele nutzen inzwischen die Pfingstferien der Kinder, um vorgezogenen Sommerurlaub zu machen. Manche wissen noch irgendetwas von Geist und so und alles ist irgendwie nebulös für sie und hat mit ihrem Leben rein gar nichts mehr zu tun. Schade!

Als Jesus zum letzten Mal mit seinen Leuten, den Jüngern, zusammen war, verabschiedete er sich von ihnen und gab ihnen den Auftrag, von dem zu reden, was sie erlebt hatten. Sie sollten es nicht aus eigener Kraft tun, sondern auf den versprochenen Heiligen Geist warten, der sie dazu befähigen würde. Ob die Jünger verstanden haben, was das für sie bedeutet, wird leider nicht berichtet. Aber spätestens an jenem besagten Pfingstfest verstanden sie es und die Bibel berichtet, wie sie mutig ihren Glauben bezeugten und voll Begeisterung über ihren Herrn waren.

Ohne Pfingsten würde uns definitiv etwas fehlen, nicht nur ein verlängertes Wochenende! Das Evangelium von Jesus Christus hätte sich nicht weltweit verbreitet und Spuren hinterlassen. Es wäre irgendwann nur noch eine Geschichte aus alten Zeiten gewesen, die man vielleicht von Generation zu Generation weitergibt, die aber nicht Leben verändert und Hoffnung schenkt. Gott sei Dank für Pfingsten und für seinen Geist, der aufgrund seiner Wirkung in der griechischen Sprache auch „Dynamis“  genannt wird. Ein starkes Wort für Kraft, das wir durch den Sprengstoff namens Dynamit sehr gut kennen. Diese Sprengkraft steckt im Evangelium und nahm an Pfingsten ihren Anfang. Deshalb: Gott sei Dank für Pfingsten! Nein, Pfingsten fällt auch in Zeiten von Corona-Krise nicht aus!